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Pressebericht vom 13.08.2005
Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft der 420er-Segler
in Ribnitz-Damgarten (Mecklenburg-Vorpommern)
vom 30.7. bis 5.8.2005
420er-Jollen sind eine international
weit verbreitete Bootsklasse. Es handelt sich um eine
Trapez-Jolle mit zwei Mann Besatzung (sog. Zweihand-Boot),
nämlich Vorschoter und Steuermann. Am häufigsten wird es von
Jugendlichen gesegelt; es ist das optimale Vorbereitungsboot
für die weiterführenden, vor allem die olympischen
Bootsklassen (wie 470er).
An der diesjährigen Deutschen
Jugendmeisterschaft der 420er in Ribnitz-Damgarten
(Meklenburg-Vorpommern) haben 115 Mannschaften teilgenommen,
davon fünf aus Frankreich und fünf aus Süd-Afrika. Um
teilnahmeberechtigt zu sein, müssen die Segler in der
Rangliste der Klassenvereinigung eine Mindestpunktzahl
erreichen. Dieses Ziel haben in diesem Jahr vier Segler vom
Wassersportverein Bergstraße (WSVB-L) erreicht: Henrik Simon
(Steuermann, WSVB-L) mit Vorschoter Florian Waldschmitt vom
Segel-Club Rheingau, Steuerfrau Jessica Oberheim und
Vorschoterin Marie Charlotte von Lehsten (beide WSVB-L) und
Steuerfrau Laura Ballenberger (Dreieich-Segelclub Langen) mit
Vorschoterin Eva Deichmann (WSVB-L). Damit ist es dem WSVB-L
nach vielen Jahren erstmals wieder gelungen, Jugendsegler zu
einer Deutschen Jungendmeisterschaft zu entsenden. Allein
dies kann als schöner Erfolg gewertet werden, zumal nur noch
drei weitere hessische Mannschaften am Start waren.
Zur Vorbereitung trafen sich die zum
hessichen Kader gehörenden Teams schon in der Woche vor der
Regatta, um auf dem fremden Revier unter der Leitung des
Landesjugendobmanns des Hessichen Seglerverbands Reinhard
Linke zu trainieren. Vor einem solchen Großereignis wird die
Ausrüstung der Segler kontrolliert, damit sich niemand
unerlaubte Vorteile verschaffen kann. Die Segel werden
vermessen und erhalten einen Kontrollstempel, die Ruder,
Schwerter, Spinnakerbäume sowie alles sicherheitsrelevante
Zubehör werden kontrolliert; stichprobenweise werden die
Boote gewogen. Nach der Vermessung wurde die Meisterschaft am
Samstag, 30.7. feierlich eröffnet. Ein kleiner Hauch von
Olympia wehte über dem Stadthafen von Ribnitz, als sich die
Teams in einheitlicher Teamkleidung nach Bundesländern unter
ihrer jeweiligen Flagge aufstellten und den Eröffnungsreden
lauschten.
Die Wettfahrten wurden in eine
Qualifikations- und eine Finalserie geteilt; die ersten 60
Mannschaften der Qualifikationsserie bildeten in den
Finalwettfahrten die Goldgruppe und machten den Gesamtsieg
unter sich aus; die anderen Teams bildeten die
Silbergruppe.
Am ersten Wettfahrttag herrschte
leichter bis mäßiger Wind. Gegen die starke Konkurrenz vor
allem aus Berlin, Bayern, und den nördlichen Bundesländern
hatten die jungen Bergsträßer keinen leichten Stand, jedoch
konnten sich an diesem Tag Ballenberger/Deichmann mit einem
guten Mittelplatz in Szene setzen. Aufgrund der vielen
Fehlstarts zog sich der Start zum zweiten Durchgang so in die
Länge, dass schließlich abgebrochen werden musste. Am
nächsten Tag herrschte frischer Wind mit 5 Windstärken und
mehr. An diesem Tag konnten drei Wettfahrten gesegelt werden.
Aufgrund des heftigen Windes kam es zu zahlreichen
Kenterungen und Kollisionen mit schweren Schäden an den
Booten. Bei diesen Verhältnissen hatten die athletischeren
und schwereren Mannshaften Vorteile. Simon/Waldschmitt und
Oberheim/v. Lehsten konnten sich wesentlich besser
platzieren. Noch konnte sich aber jede der drei Mannschaften
Hoffnungen machen, am dritten und letzten Qualifikationstag
in die Goldgruppe einzuziehen. Dies gelang am dritten Tag bei
zwei Wettfahrten mit wieder mäßigem Wind nach zwei guten
Platzierungen in der vorderen Hälfte nur der Mannschaft
Simon/Waldschmitt, während Oberheim/v.Lehsten die Goldgruppe
verpassten. Vom Pech verfolgt waren an diesem Tag
Ballenberger/Deichmann, die in beiden Läufen eine Frühstart
hatten, was bei gesetzter „black flag“ sofortige
Disqualifikation bedeutete.
In der Finalserie konnten alle Teams
nochmals mit einzelnen guten Tageswertungen aufwarten, in der
Gesamtplatzierung konnten sich vor allem Henrik Simon und
Florian Waldschmitt nochmals verbessern. Sie waren am Ende
mit dem 46.Gesamtplatz die beste Mannschaft aus Hessen.
Jessica Oberheim und Marie Charlotte von Lehsten belegten den
79. Platz, Laura Ballenberger und Eva Deichmann den 97.
Deutsche Jugendmeister wurden Erik Heil und Thomas Plößel aus
Berlin.
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