Wassersportverein Bergstraße e.V.
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Pressebericht vom 26.05.2009

Hessenregatta 2009 - Zwei bergsträßer Crews auf der Ostsee dabei

Route der Hessenregatta

Die 18. Hessenregatta 2009 fand vom 10. bis 15. Mai 2009 statt und ist mit 59 teilnehmenden Yachten wohl die größte Regatta für Fahrtenyachten auf der Ostsee. Eine Besonderheit dieser Regatta ist, dass sie von einem hessischen Verein, dem Fahrtenseglerclub Königstein, ausgerichtet wird. Auch dieses Jahr beteiligten sich zwei Crews vom Wassersportverein Bergstraße an diesem außergewöhnlichen Ereignis. Es waren dies die Charteryacht "Eric", eine First 36,7 unter ihrem Skipper Dr. Marco Deichmann und die Eigneryacht "Zubbel", eine Bavaria 44 Vision unter ihrem Skipper Dr. Claus Quel.

Die Hessenregatta stand in diesem Jahr unter dem Motto Segeln bis zum Abwinken. Die gestarteten Yachten konnten alle Etappen bis zum vorgesehenen Ziel absegeln und dies meist bei Sonnenschein. Dank des stabilen Windes waren keine Bahnverkürzungen notwendig. In weiser Voraussicht hatte die Wettfahrleitung für jede Etappe ein Ende der Wettfahrten festgesetzt. Einige Yachten hätten wegen diverser Umwege (absolute Flaute auf See, aber an Land blies der Wind), sonst ihren Liegplatz mit der Taschenlampe suchen müssen. Auch interessante Spi-Manöver, sowie tolle Bilder der Flotte unter Spi konnten beobachtet werden, dies vor allem am vorletzten Tag. Gestartet wurde in 5 Gruppen im Abstand von 10 Minuten. Die bergsträßer Segler starteten in den Gruppen 3 und 4, dies hatte zur Folge, dass sie einen herrlichen Anblick genießen konnten. Vor ihnen ein Feld unter Spinnakern der vorherigen Gruppen, hinter ihnen ebenfalls jede Menge Yachten unter Spinnaker der nachfolgenden Gruppe. Gewertet wurde, wie bei Regatten auf dem Bruchsee auch, nach dem Yardstickverfahren, bei dem durch Zeitausgleichsfaktoren die unterschiedlichen Segeleigenschaften der einzelnen Schiffstypen ausgeglichen werden sollte. Ein Problem ist dabei allerdings, den Yachten solch Zahlen zuzuordnen, wenn für den Typ keine explizite Zahl vorliegt. Dies bekamen auch die beiden Crews von der Bergstraße zu spüren, die allerdings am Schluß mit ihrem Ergebnis recht zufrieden waren, der 41. Platz für "Zubbel" in der Gesamtwertung und der 33. Platz für "Eric" in der Wertung der Charteryachten.

Keine hessische Gastflagge, sondern das Bergen der Reste eines Spinnakers. Gestartet wurde am 10. Mai auf Fehmarn, unter Spikurs ging es nach Gedser/Dänemark, weiter auf Amwindkurs nach Stubbeköbing/Dänemark, wobei ein großer Teil des Regattafeldes in der Flaute auf dem Meer hängenblieb und die Mannschaften nicht verstanden, dass zur gleichen Zeit an Land der Wind blies. Am nächsten Tag wurde unter Spikurs die Ostsee mit Ziel Warnemünde gequert, wobei auch die Einfahrt des Verkehrstrennungsgebietes zu queren war. Auf dieser vielbefahrenen Route fahren die Frachter, Fähren und Tanker wie an einer Perlenschnur aufgereiht teilweise mit mehr als der 5fachen Geschwindigkeit wie die querenden Yachten. Die hatten das Gefühl, als würden sie mit einem Fahrrad die Autobahn queren. Dank Umsicht und guter Seemannschaft kam es aber zu keinen Zwischenfällen. Nach einem Hafentag in Warnemünde ging es zurück nach Grömitz, wieder mit raumem Wind. Wer keinen Spinnaker dabeihatte, konnte sich nach kurzer Zeit das Heck der anderen Yachten betrachten. Wer einen Spinnaker dabei hatte, wünschte sich schon auf halber Strecke, er hätte ihn in der Backskiste gelassen. Während beim Start in Warnemünde ein schöner Wind mit 3 Bft blies, frischte er auf halber Strecke auf und erreichte bald über 6 Bft mit Wellen von fast 2 Metern. Dies war die Stunde der Segler ohne Spi, sie konnten reihenweise Yachten mit "Sonnenschüssen" oder zerrissenen Spis betrachten. Die Reste der Spis konnten dann im Grömitzer Hafen durch Klettern in den Masttop wieder geborgen werden, das Ganze bei Wellen und heftigem Wind. Der letzte Tag brachte dann eine anstrengende Fahrt zurück nach Fehmarn, bei Gegenwind und Wellen. Die einzelnen Etappen waren in Summe 160 sm lang, mit Kreuzkursen und Hafeneinfahrten kam aber leicht das Doppelte zustande.

Die beiden bergsträßer Crews waren von einem solchen Erlebnis, Segeln mit fast 60 weiteren Yachten unter Regattabedingungen so begeistert, dass einige schon über die Hessenregatta 2010 diskutieren.

Günther Probst


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